Maria Müller-Gögler: Gedichte

  • by edition k
  • Juni 20th, 2008

Maria Müller-Gögler: Halt den Atem an

Neues Poesiebuch: Wort und Bild umarmen sich

Gedichte – mit der Natur verbunden – an die Natur gebunden

Maria Müller-Gögler war ins Blühen verliebt. Sie liebte den Frühling. Immer wieder neu. Frühjahr für Frühjahr musste sie erkennen: Die Blüte wandelt und verwandelt sich. Die Einsicht in die unabwendbare Vergänglichkeit des Augenblicks schmerzte sie. Die alles Blühen Liebende trauerte. Am liebsten hätte sie das Blühen schon im Zustand des Aufbrechens angehalten. Weil das natürlich nicht gelingen kann, wollte sie wenigstens die volle Pracht der Blüte aufhalten. Aber das lässt die Blüte nicht zu. Und doch weiß Maria Müller-Gögler das Blühen zu bannen: In ihren wunderbaren Gedichten. Ein langes Leben lang hat die „Dichtere“, wie die Schriftstellerin in Oberschwaben liebevoll genannt wurde, nicht nachgelassen und nicht davon abgelassen, den Augenblick des Naturgeschehens durch das Wort festzu­halten.

In dem jetzt in der edition K in Partnerschaft mit dem Hampp-Verlag herausgegebenen Gedicht-Buch entsteht ein Porträt, ein Selbstporträt der Natur Oberschwabens. Die Landschaft wird zum Landschaftsbild. Poetisch hat Maria Müller-Gögler ihre Heimat Jahr für Jahr, Tag für Tag erkundet und ein alle Jahreszeiten erfassendes und umfassendes Werk von Gedichten geschaffen, in dem die wunderbaren Farben und die gewaltigen Elemente der Natur aufleuchten. Sie besingt in ihren Naturgedichten den Lauf des Jahres – zart und hauchfarben – im Zauber einer gesegneten Landschaft und in Ehrfurcht vor dem stillen, selbsttätigen Wachstum der Schöpfung. Die Natur gewährt Augenblicke, die staunen lassen, überwältigen und in atemlose Erregung versetzen können.

Gedichte hat Maria Müller-Gögler (1900 – 1986) von früher Kindheit bis ins hohe Alter geschrieben. Sie fasste in Verse, was ihr wichtig war, was sie betrübte und beglückte, sie brachte ihre Empfindungen in Reime. Naturgedichte stehen im Mittelpunkt ihres lyrischen Schaffens. Die Gedichte kommen aus der Tiefe der Natur, aus ihrer geheimnisvollen Schönheit und sind eng verbunden mit der Natur und fest gebunden an die Natur.

Maria Müller-Gögler hält in ihren Gedichten den Augenblick an, hält ihn fest, will ihn nicht mehr loslassen und macht ihn in einem Wort, einem einzigen Satz, in einem Gedicht haltbar – von höchster sinnlicher Eindringlichkeit. Der Fotograf, der im Bild festhält, was er sieht, empfindet, erlebt und auch gestaltet, wirkt gleichfalls in dieser Weise. Beide halten fest. Sind so die gefundenen Worte und die gestalteten Bilder das Einzige, was bleibt?

Die Fotos von Richard Lenz aus Schnait im Remstal bilden in diesem Gedichtband eine Partnerschaft mit den Gedichten von Maria Müller-Gögler und öffnen so einen weiteren Raum, in den die Leser und Betrachter ihre eigenen Bilder hineinstellen können. Das Auge sieht – begreiflicherweise – anders und anderes als die Linse des Fotoapparates und der Betrachter sieht anders als der Fotograf. Die Arbeit und die Kunst des Fotografen helfen, vieles neu zu sehen und neu zu entdecken. Er tut es der Schriftstellerin gleich. Wort und Bild umarmen sich.  

Blick ins Buch hier 

Maria Müller-Gögler

Halt den Atem an

Naturgedichte mit Fotos von Richard Lenz

edition K – Kunst und Kulinaristik Verlag in Partnerschaft mit  Hampp-Verlag, Stuttgart

ISBN - 978-3-936682-63-2

112 Seiten, inkl.CD mit Gedichten 19.90 €